Das Oberdeck der Hamburger Strandbar

Das Oberdeck der Hamburger Strandbar

Das Oberdeck der Strandperle,
im Herzen des pittoresken Övelgönne ist meiner Meinung nach einer der authentischsten Orte Hamburgs.

Warum?

Kennen Sie das Gefühl? Sie betreten einen leeren Raum und verlieben sich sofort in die einzigartige Atmosphäre von Geborgenheit und Souveränität. So erging es mir, als ich vor vielen Jahren diesen Raum das erste Mal betrat und ich sah ein Bild vor mir.

Eine Tafel, an der 16 entspannte Gäste Platz finden, die Genuss, Qualität und das Außergewöhnliche schätzen.

Die Idee war also geboren, hier – oberhalb der kultigsten Strandbar Hamburgs – der Strandperle – eine Bühne für jeweils einen Abend zu schaffen, die es so vorher noch nicht gab.

An einem dieser, unvergessenen, Abende stand das Thema Winzer Champagner auf dem Spielplan!

Winzer Champagner?

Allein das Wort schon auszusprechen ist wie ein Wink mit dem Zauberstab. Jeder lächelt, entspannt sich und kommt ins Schwärmen.
Während die Kellermeister der berühmten Handelshäuser in aufwendigen Verkostungen mit enormer Erfahrung und profundem Können über hochkomplexe Verschnitte aus diversen Jahrgängen den jeweiligen Stil des Hauses komponieren, den ihre Kunden weltweit als Markenzeichen erwarten, stellt besagte neue Generation von Winzern und Handelshäusern die Individualität der Herkunft, des Jahrgangs und des Ausbaus in den Vordergrund und setzt so dem global „gültigen“ Markencharakter mutig regional geprägte, individuelle Stilistik entgegen.

Coco Chanel: „Ich trinke nur zu zwei Gelegenheiten Champagner – wenn ich verliebt bin und wenn nicht.“

Oscar Wilde: „Nur phantasielosen Menschen fällt kein Grund ein, Champagner zu trinken.“

Philippe Bourguignon auf die Frage, wann die beste Tageszeit sei, um Champagner zu trinken: „Nach dem Rasenmähen.“

Der Champagner, im Französischen wie im Deutschen männlich – die ideale Ergänzung zur rauhen Landschaft der Champagne die – ebenfalls im Französischen wie im Deutschen – weiblich ist.

Ein perfektes Paar, unzertrennlich und vereint in einem Bund von Stärke, Fröhlichkeit und Eleganz.
Dennoch ist nichts, was den Champagner betrifft, einfach oder banal, seine Geschichte sprüht nur so vor Ironie.

Durch ihn haben die Champenois, wie einmal ein Schriftsteller meinte, „Geschmack am Wiederspruch“ gefunden.

Um einen guten Champagner zu machen braucht man schlechten mageren Boden.

Weißwein entsteht aus blauen Trauben.

Ein Blinder sieht Sterne.

Und der Mann der angeblich dafür gesorgt hat, dass diese vielen Bläschen in den Champagner kommen, hat tatsächlich die meiste Zeit seines Lebens damit verbracht, genau das zu verhindern.

Die größte Ironie ist, dass ausgerechnet die Champagne, Schauplatz einiger der erbittertsten Kämpfe der Menschheit, der Geburtsort eines Weines wurde, der in der ganzen Welt als Symbol für gute Zeiten und Frieden steht.

An diesem Abend erzählte ich den Gästen, die dramatische Geschichte des Champagners und servierte dabei  folgende Winzerchampagne, um das Gehörte im Glas empirisch überprüfen zu können.

Vorweg gab es einen hervorragenden Cremant aus dem Jura.

Aperitif:
Cremant Brut de Jura
Domaine Pignier, Jura       

Winzerchampagne:
Champagner Brut Tradition, Premier Cru
Domaine Larmandier-Bernier, Vertus

Champagner Blanc de Blancs Premier Cru aus der Magnum (1,5l)
Domaine Larmandier-Bernier, Vertus     

Champagner Brut Les Vignes de Vrigny (100% Schwarzriesling)
Domaine Egly-Ouriet, Ambonnay            

Champagner Blanc de Noirs Grand Cru Vieilles Vignes
Domaine Egly–Ouriet, Ambonnay                                  

Champagner Rosé , Non Vintage  aus der Magnum (1,5l)
Domaine Billecart-Salmon, Mareil-sur-Ay

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